Montag, 20. Juli 2020
"Eines...
... dieser Bücher, bei denen man sofort nach der ersten Seite weiß, dass einem ein wundervolles Lesevergnügen bevorsteht. Wenn man es nicht sogar schon spürt, sobald man das Buch erstmals sieht und in Händen hält.



Jung Chang

"Wilde Schwäne" (Original 1991)

Sehr schön erzählt, eine biografisch-autobiografische Reise durch die Geschichte Chinas vom Ende der Kaiserzeit bis in die achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. Bildhaft und fließend im Wort. Und - was weiß man schon über China, abseits der üblichen Schnipsel?
Jung Chang hat übrigens später noch eine (umstrittene) Mao-Biografie (mit dem sinnigen Titel "MAO") geschrieben, könnte auch was sein.
Mal sehen.

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Ich wollte Sie neulich schon fragen, was Sie gerade lesen. Leider erinnere ich mich nur noch dunkel an das Buch, weiß aber noch, dass ich es gern las. Meine verstorbene Tante hatte es mir empfohlen, sie erzählte damals ganz begeistert davon.

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Ach, herrje, das ist eine gewaltige Frage. Ich drifte wie immer durch die verschiedensten Welten. Also hier im Schlafzimmer umgeben mich gerade - die Schwäne halt, Dicken's Pickwickier, ein Buch über Zwangsstörungen, die Lindbergh-Biografie von Scott Berg, eine Biografie über Heinrich VIII (meine zweite bereits), eine Rosenkreuzerschrift (Jennings), ein Werk von Aleister Crowley (Buch 4), zwei phantastische Romane (P.J. Farmer, Mark Lowenthal), eine Geschichte des europäischen Denkens (Richard Tarnas), eine Entwicklungsgeschichte der bürgerlichen Subjektivität im Roman des 18. Jahrhunderts (Spies), eine Kulturgeschichte anhand von Sozialcharakteren (sehr interessant) und - "Diese Wahrheiten", die wundervoll geschriebene und erzählte Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika aus der Feder von Jill Lapore. Und das beste: eigentlich war ich dabei, mich mal wieder genauer mit der Deutschen Romantik zu beschäftigen, via Safranski hin zu einer Novalisbiografie und den Schriften von Wackenroder, das liegt alles im Wohzimmer, da bin ich abgedriftet.

:-)

Sie sehen, es geht wild zu.

Zuletzt ausgelesen hab ich Günther Grümmer "Irrfahrt", Michael Greenberg "Der Tag, als meine Tochter verrückt wurde", ein Buch über Kathrine Hepburn und das alte Hollywood der großen Filmstudios, eine interessante Karl-May-Bio, und P.J. Farmer's "The Unreasoning Mask" ("Die toten Welten des Bolg").

Soweit grob, die seit zwei Monaten nicht mehr weitergelesenen, sowie gänzlich verworfenen, hab ich weggelassen.

;-)

Ach so, Fichte noch, aber der gehört im Prinzip zu dem Wohnzimmerstapel, der sich um die Deutsche Romantik dreht. Auch wenn er gerade im Flur auf dem antiken Schränkchen liegt.

Was Sie vielleicht auch sehen: ich lese tatsächlich so gut wie keine zeitgenössische Literatur (in der engeren Fassung des Begriffs), das Zeitgenössischste in dieser Hinsicht ist wohl das Werk des von mir sehr verehrten David Foster Wallace gewesen.

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Bin ich also nicht die einzige, die parallel und wild durcheinander liest.

Ich habe vorgestern mit größtem Vergnügen "Mr. Penumbra's 24-Hour Bookshop" von Robin Sloan ausgelesen. Das Cover der US-Ausgabe leuchtet im Dunkeln las ich eben.

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Au, das klingt gut. Magischer Realismus aus den USA? :-) Schon auf Deutsch erschienen? Ich kann zwar auch Englisch lesen, strengt aber mehr an.

Nachtrag:
Habe es gefunden. Wohl doch nicht so ganz dem Magischen Realismus zugehörig, klingt aber trotzdem gut. Ich brauche eh immer was Leichtes zwischendurch, viele der Bücher, die ich lese, arten immer gleich so in Arbeit aus.
Gestern kam ich per YouTube von den Mormonen, über die evangelikalen Freikirchen, zum Judentum. Am Ende hab ich die Tora gelesen (in einer auf Mendelssohn basierenden Übersetzung unter der Herausgabe von Hans Küng). Sehr interessant, das Verhältnis Mensch/Gott wirkt in der Tora ganz anders als in der Bibel, Mensch und Gott scheinen da näher beieinander, Gott wirkt eher wie ein Mentor oder älterer Bruder. Das Alte Testament der Bibel macht den Mensch ja ziemlich klein vor einem geradezu furchtbaren Gott.

Wenn da mal nicht wieder der kirchliche Wille zur weltlichen Macht im Spiel gewesen ist.

:-)

Übrigens: Sie können mir gerne Lesetipps zukommen lassen, gerade was so belletristische, relativ zeitgenössische Romane betrifft. Ich komme einfach nie dazu, auf diesem Gebiet zu sondieren.

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