Mittwoch, 19. August 2026
Psyche & Phantastik II - Die Geschichte der Shea: Abschied.
laghbas, 11:33h
HOMMAGE.
J.R.R. Tolkien.
*
„Hoster, geh und bring diesen Korb mit Lebensmitteln zu deiner Großmutter. Und beeile dich, sie wartet!“
Hoster war nicht sonderlich erfreut über den Auftrag, draußen nieselte es, und ein böiger Wind peitschte immer wieder dunstige Wasserschleier über das Land.
Trotzdem nahm er den Korb.
Er verließ die Wärme der Hütte und trat aus der Tür. Oft schon hatte er diesen Weg zurückgelegt: den Hügel, auf dem die Hütte seiner Familie sich an Sommerabenden windschief gegen die untergehende Sonne abzeichnete, hinab, an Maras Pilzplantage entlang, hinein in den Wald, und dann wieder hinaus und hinüber nach Ark, dem kleinen Städtchen, in dem seine Großmutter ihren Lebensabend verbrachte. Trotz seines noch jungen Alters war Hoster nicht ängstlich. Er wusste, dass alles Mögliche passieren konnte, sobald man sich nach draußen begab, schließlich war er ein Shea, und Shea lebten in einer Welt, in der alle Dinge eine eigene Seele besaßen, und in der es deshalb nichts gab, das es nicht irgendwie doch gab.
(...)
J.R.R. Tolkien.
*
„Hoster, geh und bring diesen Korb mit Lebensmitteln zu deiner Großmutter. Und beeile dich, sie wartet!“
Hoster war nicht sonderlich erfreut über den Auftrag, draußen nieselte es, und ein böiger Wind peitschte immer wieder dunstige Wasserschleier über das Land.
Trotzdem nahm er den Korb.
Er verließ die Wärme der Hütte und trat aus der Tür. Oft schon hatte er diesen Weg zurückgelegt: den Hügel, auf dem die Hütte seiner Familie sich an Sommerabenden windschief gegen die untergehende Sonne abzeichnete, hinab, an Maras Pilzplantage entlang, hinein in den Wald, und dann wieder hinaus und hinüber nach Ark, dem kleinen Städtchen, in dem seine Großmutter ihren Lebensabend verbrachte. Trotz seines noch jungen Alters war Hoster nicht ängstlich. Er wusste, dass alles Mögliche passieren konnte, sobald man sich nach draußen begab, schließlich war er ein Shea, und Shea lebten in einer Welt, in der alle Dinge eine eigene Seele besaßen, und in der es deshalb nichts gab, das es nicht irgendwie doch gab.
(...)
... link
Samstag, 15. August 2026
Psyche & Phantastik II - Der Abgrund.
laghbas, 08:34h
Wie so oft erhob ich mich und näherte mich schleppenden Schrittes dem Abgrund. Jede einzelne Bewegung erforderte meine höchste Konzentration, wollte ich nicht einen Schritt zu viel wagen und hinabstürzen in den grundlosen Schlund. Sollte dies geschehen, das war mir bewusst, würde nichts und niemand mir mehr helfen können, denn, abgesehen von den Schatten, die ich mehr empfinden als tatsächlich sinnlich wahrnehmen konnte, war niemand hier.
(...)
(...)
... link
Mittwoch, 12. August 2026
Psyche & Phantastik II - Baphomet/Sukkubus.
laghbas, 09:23h
SIE. Baphomet/Sukkubus.
3./Allan Harford.
Eine bleiche, ausgemergelte Gestalt öffnete mir die Tür.
Kaum erkannte ich ihn wieder. Sein Gesicht - erstarrt in wächserner Blässe - wirkte um Jahre älter als es ihm nach Anzahl seiner Lebensjahre zugestanden hätte. Kurz registrierte ich einen Funken Lebenskraft, der in seinen Augen aufschien. Einem Menschen gleich, der unendliche Tage durch eine trockene Wüste gewandert war, und der plötzlich - eine Oase, vielleicht aber auch nur den Wunschtraum einer solchen, vor sich sieht.
Wir reichten uns die Hände.
Sein Händedruck war schwach, kraftlos, schlaff. Seine Haut fühlte sich kalt, ledern und klamm zugleich an.
Zu meinem Erstaunen fing er, noch während wir uns an den Händen hielten, bitterlich zu weinen an, immer und immer wieder versicherte er mich seiner unendlichen Dankbarkeit bezüglich meines Kommens. Allan Harford befand sich - es war offensichtlich - in einem höchst bemitleidenswerten Zustand, nicht nur seine Gestalt, sein Tränenausbruch und die fragile, kraftlose Art seiner Begrüßung belegten es, nein, alles an ihm strahlte eine zerbrechliche Exaltiertheit aus, die - für mein Empfinden - nur mit dem Begriff des „Ungesunden“ näher bestimmt werden konnte.
(...)
4./Die Heimsuchung.
„Sie sucht mich heim, Tristan, sie verfolgt mich, … “, bestürzt bemerkte ich, wie er seine Hände rang, „ … sie quält meinen Geist, zerstört meinen Verstand, Tristan. Sie degradiert mich zum Tier! Ich bin nicht mehr Herr meiner selbst, ein Schatten nur, und Tag für Tag, Nacht für Nacht, schreitet mein Verfall voran. Ich sehe in den Spiegel, Tristan, ich suche den Mann, der ich einst gewesen bin, - ich finde ihn nicht! Was habe ich getan? Mein Gott, was habe ich verbrochen? Welcher Sünde habe ich mich schuldig gemacht?"
Noch während er die Worte ausstieß, wurde ich Zeuge einer erschreckenden Verwandlung. Tatsächlich! Der Mann vor meinen Augen zerfiel. Sein Wesen, seine Ausstrahlung, transformierten zu einer offenen Wunde, aus der, viel zu schnell, viel zu viel Blut entwich; seine mit einem Mal von Schatten umlagerten Augen zogen sich weit in ihre Höhlen zurück; sein Antlitz schien, einerseits, in sich zusammenzufallen, andererseits sich ins Unendliche hinaus auszudehnen. Er begann zu zittern, seine Stimme klang, während er zwischendurch immer wieder in absurde, in hohem Maße irritierende Anfälle selbstverhöhnenden Gelächters verfiel, belegt, verzweifelt. „Ich begehre sie, … “, grinste er mich, für einen Moment innehaltend, mit idiotischem Gesichtsausdruck und schief gehaltenem Kopf von unten herauf an, „ … aber diese Begierde bringt mich um, verstehst du? Sie vernichtet mich. Ich bin versklavt. Von einem Vampir, der mir die Lebenskraft aus dem Leib saugt, sie, sie, - immer nur SIE!“
(...)
3./Allan Harford.
Eine bleiche, ausgemergelte Gestalt öffnete mir die Tür.
Kaum erkannte ich ihn wieder. Sein Gesicht - erstarrt in wächserner Blässe - wirkte um Jahre älter als es ihm nach Anzahl seiner Lebensjahre zugestanden hätte. Kurz registrierte ich einen Funken Lebenskraft, der in seinen Augen aufschien. Einem Menschen gleich, der unendliche Tage durch eine trockene Wüste gewandert war, und der plötzlich - eine Oase, vielleicht aber auch nur den Wunschtraum einer solchen, vor sich sieht.
Wir reichten uns die Hände.
Sein Händedruck war schwach, kraftlos, schlaff. Seine Haut fühlte sich kalt, ledern und klamm zugleich an.
Zu meinem Erstaunen fing er, noch während wir uns an den Händen hielten, bitterlich zu weinen an, immer und immer wieder versicherte er mich seiner unendlichen Dankbarkeit bezüglich meines Kommens. Allan Harford befand sich - es war offensichtlich - in einem höchst bemitleidenswerten Zustand, nicht nur seine Gestalt, sein Tränenausbruch und die fragile, kraftlose Art seiner Begrüßung belegten es, nein, alles an ihm strahlte eine zerbrechliche Exaltiertheit aus, die - für mein Empfinden - nur mit dem Begriff des „Ungesunden“ näher bestimmt werden konnte.
(...)
4./Die Heimsuchung.
„Sie sucht mich heim, Tristan, sie verfolgt mich, … “, bestürzt bemerkte ich, wie er seine Hände rang, „ … sie quält meinen Geist, zerstört meinen Verstand, Tristan. Sie degradiert mich zum Tier! Ich bin nicht mehr Herr meiner selbst, ein Schatten nur, und Tag für Tag, Nacht für Nacht, schreitet mein Verfall voran. Ich sehe in den Spiegel, Tristan, ich suche den Mann, der ich einst gewesen bin, - ich finde ihn nicht! Was habe ich getan? Mein Gott, was habe ich verbrochen? Welcher Sünde habe ich mich schuldig gemacht?"
Noch während er die Worte ausstieß, wurde ich Zeuge einer erschreckenden Verwandlung. Tatsächlich! Der Mann vor meinen Augen zerfiel. Sein Wesen, seine Ausstrahlung, transformierten zu einer offenen Wunde, aus der, viel zu schnell, viel zu viel Blut entwich; seine mit einem Mal von Schatten umlagerten Augen zogen sich weit in ihre Höhlen zurück; sein Antlitz schien, einerseits, in sich zusammenzufallen, andererseits sich ins Unendliche hinaus auszudehnen. Er begann zu zittern, seine Stimme klang, während er zwischendurch immer wieder in absurde, in hohem Maße irritierende Anfälle selbstverhöhnenden Gelächters verfiel, belegt, verzweifelt. „Ich begehre sie, … “, grinste er mich, für einen Moment innehaltend, mit idiotischem Gesichtsausdruck und schief gehaltenem Kopf von unten herauf an, „ … aber diese Begierde bringt mich um, verstehst du? Sie vernichtet mich. Ich bin versklavt. Von einem Vampir, der mir die Lebenskraft aus dem Leib saugt, sie, sie, - immer nur SIE!“
(...)
... link
Samstag, 8. August 2026
Psyche & Phantastik I - Buchcover.
laghbas, 12:14h
In seiner derzeitigen Form.




... link
... older stories