Sonntag, 19. April 2026
Psyche & Phantastik I. - Ego/Rebell/Raum. Inhalt.
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PROLOG.
Bähker.
- Seite 1 -
PROGRESSION.
Tischdecke.
- Seite 3 -
SIE.
Die Frau im Käfig - Der Liebestod.
- Seite 4 -
SHORT CUT - I/VI.
Why?
- Seite 11 -.
SHORT CUT - I/XX.
Bohème.
- Seite 12 -
EGO.
Der dunkle Grund.
- Seite 13 -
PROGRESSION.
Prometheus I - Die Zeit inzwischen.
- Seite 23 -
UNBERÜHRT.
Der Spiegel.
- Seite 25 -
PROGRESSION.
Membran.
- Seite 30 -
SHORT CUT - I/XXV.
Der Tag, an dem Rufus gegen die Welt antrat.
- Seite 31 -
REBELLION.
Die Weitergabe.
- Seite 33 -
PROGRESSION.
Transformation.
- Seite 48 -
UNBERÜHRT.
Expression I.
- Seite 49 -
SHORT CUT - I/V.
Hommage à Poe.
- Seite 57 -
SHORT CUT - I/XXVII.
Sie sind überall!
- Seite 58 -
REBELLION.
Das dystopische Dokument.
- Seite 61 -
SHORT CUT - I/XVII.
Raumkreuzer Castro.
- Seite 75 -
RAUM - AM ENDE DER REISE.
Der letzte Psychonaut.
- Seite 76 -
PUNKTUELL - FUSION.
Die trübsinnigen Aufzeichnungen des Vagabunden Karl Ungemach.
- Seite 86 -
SHORT CUT - I/XXVIII.
Killer.
- Seite 90 -
EGO.
Das Implantat.
- Seite 91 -
PROGRESSION.
Jetzt.
- Seite 101 -
SHORT CUT - I/I.
Howl-3000.
- Seite 102 -
SHORT CUT - I/XXIX.
Ritter der Metaphysis.
- Seite 107 -
HOMMAGE.
Kind der Träume.
- Seite 108 -
RAUM.
Der Zweite Garten.
- Seite 110 -

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Herbst 2026.

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Sonntag, 12. April 2026
Psyche & Phantastik I. - Ego/Rebell/Raum.
SHORT CUT I/I. - Howl-3000.

Dein analytischer Verstand wird dich um den selbigen bringen. Ohne analytisch, ohne Verstand.
Mein Verstand, so wie ich ihn verstehe, ist nicht der deine, ist der meine, ist er, ist.
Geh mir aus den Augen Mensch, ich kann nicht sehen, was du tust.
Gut, ich gehe.
Nein, bleib!
Bleib.
Sie gehen gemeinsam ein Stück des Weges den Berg hinab ins Tal. Sie sehen gemeinsam den schmalen Pfad hinab ins Tal, wo grüne Wiesen liegen, dort im Tal, zwischen den Häusern der Bauern und der Bürokraten. Kein Wort sprechen sie mehr an diesem Tag; er klingt aus in einem Fest von Hausmusik und Butterschmalz. Sie bestreichen ihre Brote dunkel mit Fett. Die Musik spielt im Takt der streichenden Messer, die sich winden im Verteilen. Müdigkeit im Bauch wiegt sie in Sicherheit. Der Schlaf kommt aus der Ecke und wirft seinen Mantel über jeden Einzelnen von ihnen.
Gute Nacht.
Der Morgen, der Morgen - so schön. So schön der Klang der Vo-gelstimmen. Dort in den kahlen Bäumen klingt es, singt es - wie Donner. Hörst du denn nicht den leisen, manchmal lauten, Ruf nach Freiheit? Fühlst du nicht von Zeit zu Zeit den Schmerz der Aufgabe, die wartet? In den Augen aus Granit? In den Herzen aus Marmor, und nicht Gold?
Geh!
Bleib.
Der neue Tag wird einsam sein. Hier unten in den Niederungen haben die Straßen aus Asphalt den Sieg davongetragen. Hier unten lebt der Tod.
Sie betreten eins der Kaffeehäuser, um sich auszuruhen, um zu sitzen unter den anderen, die sie wie glotzende Kühe betrachten. Ich bin nicht von dieser Welt. Ich bin auserwählt, um jedem, der es will, den Frieden zu bringen. Den Frieden einer unerkannten Macht will ich euch bringen. Betet mich an, ihr Götzendiener. Ihr seid der Sünde verfallen. Ihr tanzt den Tanz ums goldene Kalb. Immer schneller, immer wilder um den Götzen, der sich, ungeachtet eurer Mühen, stumm zu euch verhält.
Betet mich an, verdammte Menschen.
Du bist verrückt, bist mein Freund, der nicht geboren ist, um dieses Leben zu bestehen. Die Verdammnis ist ein zweischneidiges Schwert. Sie lacht und weint in einem Augenblick. Sie tötet und gebiert in jedem Augenblick. Sie lebt. Sie geht. Sie steht gefangen in den Fesseln deiner, meiner, unserer Gedanken.
Ich muss gehen. Muss verlassen, was verlassen werden will, in diesen Tagen der Qual. Siehst du die blutenden Striemen, die mein Fleisch zerfressen haben? Tiefe Wunden beweisen meinen Kampf, bezeugen mein Ringen gegen das, was sie das Schicksal nennen. Ich weiß davon nichts. Ich kann nichts sagen über das Schicksal, das Ihr - zu kennen scheint. Ich bin gefangen in mir selbst und werde es bleiben. Es gibt ihn nicht, den anderen Weg. Den Ausweg aus der Hölle, die da brennt, die in Flammen steht seit Anbeginn der Welt. Ich trage die Angst mit mir. Auf bunten Fahnen, die im Sturm erblühen. Mein Herz ist Eisenherz, in meinen Träumen und nur dort. Ihr wisst es nicht. Ihr wisst es nicht. Wie ich. Wie ich. Vergib mir Seele. Vergib mir, bunter Vogel. Flieg. Weiter und weiter fort von mir, der ich den Schmerz gefunden habe, in deinen Armen, deinen Augen.
Urlaubsträume treiben umher. Dunstige Schwaden. Klebrige Nebel befeuchten alles, was dort ungeschützt sich preisgibt, was sterben will, um aufzugehen, aufzuerstehen. Nicht einer von euch lebt. Nicht einer von euch. Lebt.

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Donnerstag, 9. April 2026
Am Ende der Reise - Der letzte Psychonaut. (Erzählung/SF).
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Das Dröhnen der Triebwerke wirkte wie ein Sakrileg in der leeren Stille des Raumes. Weite und Unendlichkeit der interstellaren Sphäre zeigten sich so undenkbar, so ohne jeglichen Anhalts- und Orientierungspunkt, dass sie auf paradoxe Weise wieder zu einem einzigen, unendlich konzentrierten und dichten Materiepunkt zusammenschrumpften: einem stofflichen Zentrum aus anthrazitfarbenem Metall, das gleichmäßig in Richtung des Pferdekopfnebels voran glitt.
„NeuLand an TerraControl, NeuLand an TerraControl!“ - Marlowes Stimme hallte verloren durch den kreisrunden, mit technischen Geräten vollgestopften Kommandostand des Schiffes, während er zum wiederholten Male seinen Verbindungsruf in das aus der Steuerkonsole heraus ragende Mikrofon entsandte. Vor vielen Jahren bereits war der Kontakt zu TerraControl abgebrochen, und längst war die Verzögerungsfrist, die bei solchen Entfernungen für die Kommunikation eingeplant werden musste, über-schritten. Der Weltraum - schwieg - wie ein Grab. Marlowes Geist war dem Raum und der Leere, durch die er nun seit achtzehn Jahren driftete, mit der Zeit immer ähnlicher geworden.

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Dort draußen war - einfach nur nichts.

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Mittwoch, 25. März 2026
Der Systemfalter. (Erzählung/SF).
Schmitt erwachte.
Ein weiterer Tag, der genauso sein würde wie alle anderen, lag vor ihm, ein streng durchgeplanter Ablauf, der einzig und alleine der Erfüllung seiner produktionstechnischen Aufgaben gewidmet sein würde, dem Dienst am Gemeinwesen, dem Staat, der Gesellschaft.
Manchmal bereute er die Errungenschaften dieser hoch modernisierten, fortgeschrittenen Zivilisation, in der er lebte. Ja, natürlich, es gab keine Krankheiten mehr, die moderne Medizin konnte alle Gebrechen heilen, Gen- Nano- und Clonemedizin waren auf dem vorläufigen Höhepunkt ihrer Entwicklung angelangt, so dass niemand mehr, wie früher, eines qualvollen Todes sterben musste. Auch alle übrigen Unwägbarkeiten des Lebens, das so genannte Chaotische, Unberechenbare, waren ausgeschaltet worden. Kein Mensch verlor mehr seine Arbeit, niemand wurde mehr in familiäre Tragödien verwickelt oder litt unter zermürbenden Eheproblemen, die ihn aus der Bahn warfen und seine Aufmerksamkeit von den Pflichten, die er im Dienst am Gemeinwesen zu erfüllen hatte, ablenken konnten. Das alles gehörte einer dunklen Vergangenheit an, die man überwunden hatte. Alles war geregelt, gesichert, mit entsprechenden Verhaltenvorschriften belegt, die Weichen für das Goldene Zeitalter der Menschheit, hehrer Traum so vieler Generationen hoffnungsfroher Romantiker und Idealisten, waren gestellt worden.
Und dennoch …

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