Mittwoch, 22. April 2026
Psyche & Phantastik I. - Ego/Rebell/Raum.
RAUM/Der letzte Psychonaut. (Am Ende der Reise).


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In manchen Nächten träumte er davon, dass genau dies geschah.
Dann sah er, wie sie sich aus ihren Kapseln erhoben, sah, wie sie ihn umringten, in die Enge trieben, um ihn aus erloschenen Augen anzustarren, derweil ihre knöchernen Finger sich auf ihn richteten, ihre schrillen Schreie des Protestes ihn marterten, weil er, er alleine, noch lebte und bei Bewusstsein war, während sie zu bizarren Karikaturen einer ausgeblassten Menschlichkeit geworden waren.

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Montag, 20. April 2026
Psyche & Phantastik I. - Ego/Rebell/Raum.
UNBERÜHRT/Expression I.


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Ich weiß noch, wie ich - ganz zu Beginn meiner Verbannung, denn als solche möchte ich das, was mir widerfährt, gerne ansehen - den Versuch unternahm, einen an Land gespülten, würfelförmigen, quallenartigen Koloss als Nahrungsquelle zu nutzen, indem ich handgroße, glibberige Stücke aus dem glitschig-blau geäderten, nach faulem Tang riechenden Brocken schnitt, und verzehrte. Eine Erfahrung, die ich nicht wiederholen möchte. Noch heute, über ein halbes Jahr später, spüre ich den faulig-bitteren Geschmack, der mir die Galle hochtreibt, während mein Magen krampft wie ein unter Strom gesetzter Schließmuskel. Im Nachhinein muss ich mich womöglich glücklich schätzen, nicht bereits in diesen ersten Tagen meines Aufenthaltes auf dieser Welt wegen einer Dummheit ums Leben gekommen zu sein.
Nahrung allerdings - sollte bald kein Problem mehr darstellen.
Unmittelbar nach dieser ersten, abschreckenden Erfahrung erkannte ich, dass sie mir in ausreichendem Maße zur Verfügung stand. Ich hatte den ersten von unzähligen Nahrungspunkten entdeckt. Orte inmitten der Landschaft, an denen Früchte, Brot und sogar genießbares Fleisch auslagen, offen zugänglich und wie von Geisterhand immer wieder aufgefüllt und erneuert.
Tag und Nacht lag ich danach auf der Lauer, immer in der Hoffnung, einem Menschen zu begegnen, der mir in meiner Orientierungslosigkeit würde beistehen, mein Schicksal würde erleichtern können. Irgendjemand, so dachte ich zum damaligen Zeitpunkt noch, muss die Nahrungsmittelvorräte doch ergänzen! Irgendjemand!
Doch traf ich niemanden. Niemals.

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Sonntag, 19. April 2026
Psyche & Phantastik I. - Ego/Rebell/Raum.
Inhalt.

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PROLOG.
Bähker.
- Seite 1 -
PROGRESSION.
Tischdecke.
- Seite 3 -
SIE.
Die Frau im Käfig. (Der Liebestod).
- Seite 4 -
SHORT CUT - I/VI.
Why?
- Seite 11 -.
SHORT CUT - I/XX.
Bohème.
- Seite 12 -
EGO.
Der dunkle Grund.
- Seite 13 -
PROGRESSION.
Prometheus I - Die Zeit inzwischen.
- Seite 23 -
UNBERÜHRT.
Der Spiegel. (Requiem I).
- Seite 25 -
PROGRESSION.
Membran.
- Seite 30 -
SHORT CUT - I/XXV.
Der Tag, an dem Rufus gegen die Welt antrat.
- Seite 31 -
REBELLION.
Fiat Lux.
- Seite 33 -
PROGRESSION.
Transformation.
- Seite 48 -
UNBERÜHRT.
Expression I.
- Seite 49 -
SHORT CUT - I/V.
Hommage à Poe.
- Seite 57 -
SHORT CUT - I/XXVII.
Sie sind überall!
- Seite 58 -
REBELLION.
Das dystopische Dokument. (OverCon).
- Seite 61 -
SHORT CUT - I/XVII.
Raumkreuzer Castro.
- Seite 75 -
RAUM.
Der letzte Psychonaut. (Am Ende der Reise).
- Seite 76 -
PUNKTUELL - FUSION.
Die trübsinnigen Aufzeichnungen des Vagabunden Karl Ungemach.
- Seite 86 -
SHORT CUT - I/XXVIII.
Killer.
- Seite 90 -
EGO.
Das Implantat.
- Seite 91 -
PROGRESSION.
Jetzt.
- Seite 101 -
SHORT CUT - I/I.
Howl-3000.
- Seite 102 -
SHORT CUT - I/XXIX.
Ritter der Metaphysis.
- Seite 107 -
HOMMAGE.
Kind der Träume.
- Seite 108 -
RAUM.
Der Zweite Garten. (Oaris).
- Seite 110 -

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Herbst 2026.

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Sonntag, 12. April 2026
Psyche & Phantastik I. - Ego/Rebell/Raum.
SHORT CUT I/I. - Howl-3000.

Dein analytischer Verstand wird dich um den selbigen bringen. Ohne analytisch, ohne Verstand.
Mein Verstand, so wie ich ihn verstehe, ist nicht der deine, ist der meine, ist er, ist.
Geh mir aus den Augen Mensch, ich kann nicht sehen, was du tust.
Gut, ich gehe.
Nein, bleib!
Bleib.
Sie gehen gemeinsam ein Stück des Weges den Berg hinab ins Tal. Sie sehen gemeinsam den schmalen Pfad hinab ins Tal, wo grüne Wiesen liegen, dort im Tal, zwischen den Häusern der Bauern und der Bürokraten. Kein Wort sprechen sie mehr an diesem Tag; er klingt aus in einem Fest von Hausmusik und Butterschmalz. Sie bestreichen ihre Brote dunkel mit Fett. Die Musik spielt im Takt der streichenden Messer, die sich winden im Verteilen. Müdigkeit im Bauch wiegt sie in Sicherheit. Der Schlaf kommt aus der Ecke und wirft seinen Mantel über jeden Einzelnen von ihnen.
Gute Nacht.
Der Morgen, der Morgen - so schön. So schön der Klang der Vogelstimmen. Dort in den kahlen Bäumen klingt es, singt es - wie Donner. Hörst du denn nicht den leisen, manchmal lauten, Ruf nach Freiheit? Fühlst du nicht von Zeit zu Zeit den Schmerz der Aufgabe, die wartet? In den Augen aus Granit? In den Herzen aus Marmor, und nicht Gold?
Geh!
Bleib.
Der neue Tag wird einsam sein. Hier unten in den Niederungen haben die Straßen aus Asphalt den Sieg davongetragen. Hier unten lebt - der Tod.
Sie betreten eins der Kaffeehäuser, um sich auszuruhen, um zu sitzen unter den anderen, die sie wie glotzende Kühe betrachten. Ich bin nicht von dieser Welt. Ich bin auserwählt, um jedem, der es will, den Frieden zu bringen. Den Frieden einer unerkannten Macht will ich euch bringen. Betet mich an, ihr Götzendiener. Ihr seid der Sünde verfallen. Ihr tanzt den Tanz ums goldene Kalb. Immer schneller, immer wilder um den Götzen, der sich, ungeachtet eurer Mühen, stumm zu euch verhält.
Betet mich an, verdammte Menschen!
Du bist verrückt, bist mein Freund, der nicht geboren ist, um dieses Leben zu bestehen. Die Verdammnis ist ein zweischneidiges Schwert. Sie lacht und weint in einem Augenblick. Sie tötet und gebiert in jedem Augenblick. Sie lebt. Sie geht. Sie steht gefangen in den Fesseln deiner, meiner, unserer Gedanken.
Ich muss gehen. Muss verlassen, was verlassen werden will, in diesen Tagen der Qual. Siehst du die blutenden Striemen, die mein Fleisch zerfressen haben? Tiefe Wunden beweisen meinen Kampf, bezeugen mein Ringen gegen das, was sie das Schicksal nennen. Ich weiß davon nichts. Ich kann nichts sagen über das Schicksal, das Ihr - zu kennen scheint. Ich bin gefangen in mir selbst und werde es bleiben. Es gibt ihn nicht, den anderen Weg. Den Ausweg aus der Hölle, die da brennt, die in Flammen steht seit Anbeginn der Welt. Ich trage die Angst mit mir. Auf bunten Fahnen, die im Sturm erblühen. Mein Herz ist Eisenherz, in meinen Träumen und nur dort. Ihr wisst es nicht. Ihr wisst es nicht. Wie ich. Wie ich. Vergib mir Seele. Vergib mir, bunter Vogel. Flieg. Weiter und weiter fort von mir, der ich den Schmerz gefunden habe, in deinen Armen, deinen Augen.
Urlaubsträume treiben umher. Dunstige Schwaden. Klebrige Nebel befeuchten alles, was dort ungeschützt sich preisgibt, was sterben will, um aufzugehen, aufzuerstehen. Nicht einer von euch lebt. Nicht einer von euch. Lebt.

*

(...)

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