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Donnerstag, 26. Februar 2026
Psyche&Phantastik I - Das rebellierende Ich. (Textsammlung).
laghbas, 08:37h
10 - HOMMAGE/Kind der Träume - Ray Bradbury.
„Wir suchen das Kind!“
Ultraviolettes Licht ließ die Gewänder der beiden schmalen, hoch aufgeschossenen Gestalten fluoreszieren. Es war nicht warm, noch kalt. Im Hintergrund, über dem rot erscheinenden Meer, versank die Sonne. Das Geräusch der an den Strand rauschenden Wellen zwang dazu, die Stimme zu erheben, um sich verständlich zu machen.
Das zusammengekauerte Wesen auf dem Stein zu Füßen der beiden Fremden reagierte nicht. Sein Schädel, samt hervorspringenden Augenwülsten, spärlich mit schwarzem, borstigem Haar besetzt, glich dem eines Affen. Mit leeren, verständnislosen Augen beschäftigte es sich damit, Kieselsteine in immer neuen Mustern anzuordnen, das fertige Gebilde aber jedes Mal sofort wieder zu zerstören und mit seiner Tätigkeit von vorne zu beginnen. Dabei ließ es keine Emotion erkennen, keine Freude, keine Langeweile, kein wirkliches Interesse am eigenen Tun.
„Es versteht uns nicht, Elektra. Lass uns umkehren, ich glaube nicht mehr an den Erfolg der Unternehmung.“
Traurigkeit ließ die Stimme der offensichtlich männlichen Gestalt unsicher wirken.
Seine Partnerin sah ihn aus leuchtend blauen, strahlenden Augen an. Ihre langen schwarzen Wimpern standen in verwirrendem Gegensatz zu ihrer kahlrasierten, blasshäutigen Schädeldecke.
„Wir können nicht einfach so aufgeben, Kiros, du weißt, was das bedeuten würde. Die Zeit läuft uns davon. Ich bitte dich, lass uns noch ein kleines Stück weitergehen, vielleicht…“
Ihr Blick wandte sich ab und schweifte suchend in der Umgebung umher. „Dort“, sie hob den Arm und zeigte auf eine Gruppe hoher, kalkiger Felsen am Ende des Strands, „wir ersteigen diese Felsen und sehen nach, was sich dahinter befindet.“
Kiros Antlitz verzog sich in Resignation, dennoch folgte er seiner Partnerin, die sich ohne eine Antwort abzuwarten bereits auf den Weg gemacht hatte.
Der Blick über die Ebene, der sich ihnen eröffnete, überstieg in seiner Bizarrerie all ihre Erwartungen. Verstaubte, ausgemusterte Kinderkarussells soweit das Auge reichte; am Himmel: hunderte von Flugschiffen aus samtigem Brokat, verziert mit Troddeln und goldenen und silbernen Bordüren. Das Meer klang leiser hier oben, ein leichter Wind ließ den Anblick der vergessenen Kinderträume noch trostloser erscheinen.
Die Dämmerung brach herein.
Niemand war zu sehen.
Quecksilberne Tränen rollten über Elektras Gesicht.
„Lass uns gehen“, flüsterte Kiros und legte seinen Arm tröstend um ihre schmalen Schultern.
Sie schlossen die Augen und verließen diese Welt.
*
(...)
„Wir suchen das Kind!“
Ultraviolettes Licht ließ die Gewänder der beiden schmalen, hoch aufgeschossenen Gestalten fluoreszieren. Es war nicht warm, noch kalt. Im Hintergrund, über dem rot erscheinenden Meer, versank die Sonne. Das Geräusch der an den Strand rauschenden Wellen zwang dazu, die Stimme zu erheben, um sich verständlich zu machen.
Das zusammengekauerte Wesen auf dem Stein zu Füßen der beiden Fremden reagierte nicht. Sein Schädel, samt hervorspringenden Augenwülsten, spärlich mit schwarzem, borstigem Haar besetzt, glich dem eines Affen. Mit leeren, verständnislosen Augen beschäftigte es sich damit, Kieselsteine in immer neuen Mustern anzuordnen, das fertige Gebilde aber jedes Mal sofort wieder zu zerstören und mit seiner Tätigkeit von vorne zu beginnen. Dabei ließ es keine Emotion erkennen, keine Freude, keine Langeweile, kein wirkliches Interesse am eigenen Tun.
„Es versteht uns nicht, Elektra. Lass uns umkehren, ich glaube nicht mehr an den Erfolg der Unternehmung.“
Traurigkeit ließ die Stimme der offensichtlich männlichen Gestalt unsicher wirken.
Seine Partnerin sah ihn aus leuchtend blauen, strahlenden Augen an. Ihre langen schwarzen Wimpern standen in verwirrendem Gegensatz zu ihrer kahlrasierten, blasshäutigen Schädeldecke.
„Wir können nicht einfach so aufgeben, Kiros, du weißt, was das bedeuten würde. Die Zeit läuft uns davon. Ich bitte dich, lass uns noch ein kleines Stück weitergehen, vielleicht…“
Ihr Blick wandte sich ab und schweifte suchend in der Umgebung umher. „Dort“, sie hob den Arm und zeigte auf eine Gruppe hoher, kalkiger Felsen am Ende des Strands, „wir ersteigen diese Felsen und sehen nach, was sich dahinter befindet.“
Kiros Antlitz verzog sich in Resignation, dennoch folgte er seiner Partnerin, die sich ohne eine Antwort abzuwarten bereits auf den Weg gemacht hatte.
Der Blick über die Ebene, der sich ihnen eröffnete, überstieg in seiner Bizarrerie all ihre Erwartungen. Verstaubte, ausgemusterte Kinderkarussells soweit das Auge reichte; am Himmel: hunderte von Flugschiffen aus samtigem Brokat, verziert mit Troddeln und goldenen und silbernen Bordüren. Das Meer klang leiser hier oben, ein leichter Wind ließ den Anblick der vergessenen Kinderträume noch trostloser erscheinen.
Die Dämmerung brach herein.
Niemand war zu sehen.
Quecksilberne Tränen rollten über Elektras Gesicht.
„Lass uns gehen“, flüsterte Kiros und legte seinen Arm tröstend um ihre schmalen Schultern.
Sie schlossen die Augen und verließen diese Welt.
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