Sonntag, 28. August 2022
Liga 3 - Spieltag 6
Das nennt man einen bittersüßen Saisonstart. Ungeschlagen, ABER mit nur drei Siegen und drei Unentschieden.

Im Prinzip läuft es ähnlich wie im letzten Jahr. Das Spielsystem steht noch nicht, und ich fürchte, es wird dieses Jahr noch erheblich schwerer, es am Ende hinzukriegen. Wir befinden uns - wie im letzten Jahr - in der Findungsphase, und es zeigt sich, dass Koschinat genau in dieser Phase stets dazu neigt, Fehler zu machen. Wechselfehler. Letztes Jahr war es genauso.
Auch heute: wenn ich beim Stand von 1:1 den Plan fasse, zwei - vom Typ her ziemlich gleiche - reine Kanter- bzw. Mittelstürmer (Cuni und Grimaldi) einzuwechseln, um das Spiel vorne zu entscheiden, dann ist das zwar ungewöhnlich, aber im Prinzip in Ordnung (eine typische, unkonventionelle Koschinataktion eben), wenn dann aber kurz vor dem Wechsel das 2:1 fällt, und wir damit also in Führung gehen, dann MUSS dieser Wechsel überdacht werden.
Da fehlt es dann an Flexibilität, wenn ich nicht in der Lage bin, diesbezüglich schnell auf die veränderte Situatuion zu reagieren.
Beim Stand von 2:1 für uns ist dieser unkonventionelle Wechsel einfach nur Wahnsinn. Auflösung der engen Struktur in der Defensive und im defensiven Mittelfeld, um dann vorne quasi mit drei Mittelstürmern zu spielen (Grimaldi, Cuni, Jacob)? Völlig Banane.
Und so kam es, wie es kommen musste.
Im Prinzip ist mit diesem Doppelwechsel das ganze - zuvor gut stehende und funktionierende - Spielsystem zusammengebrochen. Komplette Unordnung. Keiner wusste mehr genau, wie und was er spielen sollte.
Koschinat zeigt da eine Schwäche, die man ihm zwar verzeihen kann, weil er eigentlich ein großer Taktiker und durchaus ein Mann ist, der seine Fehler einsieht, zugibt und korrigiert.
ABER - muss das wirklich sein?
Das ist schon ziemlich, ziemlich dämlich.
Nachdem der, nur logische, Ausgleich dann gefallen war, hat er noch versucht, den Fehler auszubügeln, hat Jacobs rausgenommen und Gnaase gebracht. Das war richtig, und hat uns im Endeffekt wenigstens das Unentschieden gerettet.
So in etwa hätte auch der Wechsel direkt nach der Führung aussehen müssen. Austausch des Stoßstürmers, also Cuni ODER Grimaldi für Jacob und - womöglich nicht direkt, aber wenn schon als Doppelwechsel - dann noch einen eins zu eins Wechsel im Mittelfeld, Gnaase für Neudecker, oder so.
Außerdem wäre, bei Führung, der konterstarke, extrem schnelle Steinkötter im Sturm generell die bessere Wahl gewesen.

Aber gut, analysieren, Fehler identifizieren und nicht mehr wiederholen, Blick nach vorne auf das nächste, auch wieder schwere, Heimspiel gegen Wehen/Wiesbaden, denn DAS muss jetzt wirklich gewonnen werden.

Ich frage mich, was ist eigentlich mit diesem Cuni los? Der verstolpert Bälle, bringt einfach Zuspiele nicht an den Mann und vergibt die klarsten Torchancen kläglich. Wenige Minuten vor Schluss alleine vor dem Tor, und - nix. Der ist bei zwei Vereinen vorher gescheitert, und es wird tatsächlich immer offensichtlicher, warum das so ist.
Andererseits: der Bursche ist noch jung, es besteht durchaus die Möglichkeit, dass er irgendwann, nach einem ersten Erfolgserlebnis vielleicht, doch noch explodiert. Allzuviel Zeit kann man ihm aber eigentlich nicht mehr geben.
Womöglich haben genau das die beiden Vereine vorher aber auch gedacht, und - getan hat sich dann vermutlich nichts.

Sondererwähnung: Batz (unglaubliche Paraden), Neudecker (der Kerl ist überall), Zeitz (der das Mittelfeldproblem aus dem letzten Spiel ganz lässig behoben hat) und Zellner (es macht einfach Spaß, diesem Routinier dabei zuzusehen, wie er mit seiner Erfahrung und seinem großen, technischen Vermögen die verschiedensten Problemstellungen da hinten in der Abwehr löst).

So, auf in Richtung Spieltag 7.

Ach so, Ergebnis.

VFL Osnabrück - Saarbrücken 2:2